Beschreibung
Die Rede von Gott in der Sprache der Liebe
Die Gottesliebe – als Beziehung Gottes zum Menschen wie des Menschen zu Gott – gilt in gegenwärtiger Theologie in aller Regel als frei von den Spannungen und Ambivalenzen, die die zwischenmenschliche begehrende Liebe charakterisieren. Dieser Gegensatz schwindet allerdings, sobald Theologie in den Blick nimmt, dass die Gottesliebe auch erfahren werden muss, will sie nicht nur leerer Begriff sein. Theologiegeschichtlich greifbar wird dies im 12. Jahrhundert, in dem der Liebe eine Schüsselfunktion im Gottesdiskurs zukommt. Mirja Kutzer zeigt, wie noch vor der heute selbstverständlichen Trennung von systematischer und spiritueller Theologie Hugo und Richard von Sankt Viktor, Bernhard von Clairvaux¸ Petrus Abaelard oder, wenig später, Mechthild von Magdeburg die Gottesliebe in den Figuren der Leidenschaft zeichnen. Mit einem an den Aufmerksamkeiten und Methoden der Kulturwissenschaften geschärften Instrumentarium fragt Kutzer nach den systematischen Verschiebungen, die damit einhergehen. Wo die Texte die Ambivalenzen auch der Gottesliebe ausloten, brechen sie die theologischen Systeme auf. Sie enthüllen eine fragile Verfasstheit des Subjekts, die die Gottesliebe nicht überwindet, sondern allererst offenlegt. Darin eröffnet der Blick ins 12. Jahrhundert neue Perspektiven auf die Rede von der Gottesliebe heute.





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